Kaufanleitung für Gebrauchtwagenkäufer

Zu wenig Geld für den Kauf eines neuen Autos, der Wunsch eines größeren oder besser ausgerüsteten Wagens, oder ganz einfach die Erfüllung eines Kindheittraumes - all diese könnten der Grund sein, dass von Jahr zu Jahr weltweit Millionen von Menschen den Gebrauchtwagenmarkt unterhalten. Je nach den Gesetzen des Landes, dem Zivilisierungsgrad der Bewohner und, nicht zuletzt dem Zustand der Straßeninfrastruktur, kann dieser Vorgang einfacher oder schwieriger sein. Eine Sache ist aber klar: überall gibt es Leute, die mit dem Gesetz im Konflikt liegen, und das erfordert eine sorgfältige Aufmerksamkeit bei der Überprüfung des Wagens, unabhängig von dem Territorium, auf dem die Transaktion stattfindet. Deshalb möchten wir einige der ungeschriebenen Regeln des Gebrauchtfahrtzeug-Kaufes aufzählen.

1)    Papiere

Alles beginnt mit der Überprüfung der Dokumente: wenn der Wagen, den Sie sich ausgesucht haben, in dieser Hinsicht nicht einwandfrei ist, dann lohnt es sich nicht mehr, sich mit dem Rest zu beschäftigen. Wir werden nicht allzu viel über die Quelldokumente sagen, oder über andere Dokumente, die bezeugen, dass das Produkt nicht gestohlen wurde, weil die Verfahren der Aufdeckung der Unregelmäßigkeiten (z.B. der Vergleich von den Seriennummern der Chassis und des Motors) schon weit bekannt sind. Stattdessen wollen wir den Fall des so oft vergessenen Scheckheftes erwähnen.
Viele beachten das Fehlen des Scheckheftes (oder der Informationen daraus) nicht. Um so weniger, wenn das Auto relativ neu ist, einen zuverlässigen Ruf hat und einen niedrigen Kilometerstand aufweist. Leider versteckt sich hinter dem billigen Preis oft ein ernstes technisches Problem, das von der unsachgemäßen Wartung des Fahrzeugs verursacht wurde. Trotz des Sprichwortes „Aus Schaden wird man klug” ist es noch klüger, die Bereiche der Revisionen des Autos zu prüfen um sie nachher mit den im Scheckheft eingetragenen Daten zu vergleichen. Auch wenn der Eigentümer einige Reparaturen in anderen Servicestationen gemacht hat um zu vermeiden, dass die Seiten des Scheckheftes vollgeschrieben werden und deshalb auch der Preis des Autos fällt, ist es sehr wichtig, dass die verpflichtenden Prüfungen im Buch stehen (und wenn man schon darüber redet: man muss unbedingt die Echtheit des Buches prüfen). Sind diese nicht in Ordnung? Widerstehe der Versuchung und suche anderswo.

2)    Das Äußere

Wenn der Wagen die „Papierprüfung“ bestanden hat, kann man mit der Inspektion des Äußeren fortfahren. Natürlich muss man alles bis ins kleinste Detail untersuchen: die Farbe, die Seitenlinie, die Spaltmaße und die Korrosion um die Türen und an den Kotflügeln, sowie mögliche Dellen am Rahmen und im Allgemeinen wie die Motorraum aussieht. Angegeben, dass jeder wirksamen Methode des Entdeckens der Defekten eine wirksame und entgegengesetzte Methode gibt die Fehler zu verstecken entspricht, möchten wir die folgenden Empfehlungen geben, die man gut berücksichtigen kann:

•    Beachten Sie Unregelmäßigkeiten an der Oberfläche der Karosserie oder wo es Schwellungen gibt, denn meistens sind diese die Zeichen einiger eiligen Reparaturen (und bedecken meistens Rost oder die Zeichen kleinerer Vorfälle).

•    Sein Sie aufmerksam bei Teilen, wo normalerweise Rost auftritt, besonders wenn der Wagen älter ist. Überprüfen Sie die Flügel, die Radläufe, die Schwellen und die unteren Kanten als erste, und vermeiden Sie unter allen Umständen den Kauf von Fahrzeugen, die starke Gebrauchspuren haben. In den meisten Fällen kommen Autos nicht in Altwgen-Verschrottung in Folge mechanischer Fehler, sondern wegen einer beklagenswerten Karosserie.

•    Untersuchen Sie alle Kratzer, die durch Polieren nicht aufgelöst werden können, und versuchen sie einen Rabatt auszuhandeln, besonders wenn der Besitzer diese in der Anzeige nicht angegeben hat. Wenn das Auto nicht so aussieht wie in der Anzeige abgebildet, sollten Sie auch nicht so viel bezahlen.

•    Überprüfen Sie die Funktionalität der Dämpfer, denn sie gleichen das gewaltsame Schwanken der Karosserie aus, wenn diese gepresst wird, indem sie die Karosserie hoch genug halten um sie zu stabilisieren. Und wenn Sie schon neben dem Reifen stehen, stoßen Sie das Rad in die Richtung der Achse, um mögliche Probleme der Gelenke zu prüfen. 

3)    Das Innere
 
Es ist bekannt, dass sobald man am Lenkrad sitzt und Interesse am Kauf eines gebrauchten Autos hat, instinktiv das Bedürfnis verspürt, den Kilometerstand des Autos zu überprüfen. Leider kann dieser aber so leicht gefälscht werden, dass wenn man die Herkunft des Fahrzeugs nicht überprüfen kann, oder der Verkäufer keine „sichere Quelle“ ist, man leicht betrogen werden kann. Glücklicherweise gibt es mehrere Zeichen, die eine Übernutzung andeuten, und einige sind noch offentsichtlicher als die angezeigte Kilometerzahl. Diese sind:

•    Die Sitze: ein schäbiges Gewebe oder ein Riss im Leder des Originalbezugs kann andeuten, dass das Auto eine größere Anzahl an Kilometern zurückgelegt hat, als das der Verkäufer angibt.

•    Die Kurbel: wenn die Schutzelemente aus Kautschuk sehr verschlissen sind, ist das Auto nicht nur viel sondern auch schnell gefahren.

•    Das Lenkrad, die Tafel der Türe und die Tasten auf der Konsole: wahrscheinlich sind sie aus Plastik - einem Material, dass durch seinen Glanz die Abutzung schnell andeutet.

•    Die Gangschaltung: nicht nötig zu erwähnen, dass sie in keinem der Gänge Spiel haben sollte.

•    Elektrische Installation: alle Kontrollleuchten, Schalter und elektrische Fensterheber sollten einwandfrei funktionieren. Jedes Zeichen eines Defekts oder einer Fehlfunktion des Beleuchtungsystems deutet auf eine mangelhafte Wartung hin.

•    Um wirklich sicher zu sein, prüfen Sie noch schnell die Kanten der Bremsscheiben: wenn „der Kragen“ zu sichtbar ist, wurde der Wagen nicht geschont oder es ist schon viel gefahren.

4)    Service und Probefahrt

Der Kauf eines Gebrauchtwagens wird zusammen mit der praktischen Überprüfung vervollständigt. Zuerst wird der Wagen auf die Rampe gehoben, damit die Angestellten der Werkstatt (vorzugsweise einer Servicestation, die der Käufer kennt) die Möglichkeit haben alle Komponenten des Wagens (vom Motor und dem Getriebe bis zu allen Teilen des Antriebsstrangs – Spindel, Gelenkköpfe usw.) zu zeigen. So kann man wirklich feststellen, wie umweltbelastend der Antrieb ist, wie benutzt die Bremsbeläge sind, wie lange noch die Abgasanlage „lebt” und, in einigen Fällen wie hoch das Niveau der Benutzung der Saugmotoren ist.
Und trotz der meistens positiven Schätzungen der Spezialisten, muss zuletzt das Vertrauen des Kundes im eigenen Instinkt (oder eines besten Freundes, der technisch gut vorbereitet ist) nach der lang erwarteten Probefahrt entscheiden – wo man allgemein das Folgende beachten sollte:

Das Anlassen des Motors: Im kalten Zustand sollte er in ein paar Sekunden anspringen, nachdem der Schlüssel umgedreht wurde. Besonders auf diese häufige Störung aufpassen: falls es eine Vibration oder einen plötzliche Abfall der Drehzahl gibt, kann dies einen Defekt andeuten, der später teuer bezahlt werden muss.

Bremsentest: Wenn die bloße Untersuchung der Bremsbelägen Sie nicht überzeugt hat, wird es der Wagen tun, wenn Sie ihn ab und zu anhanlten. Falls der Wagen lange Strecken benötigt um zu stoppen, das Pedal „weich” ist, und/oder er bei jedem Bremsen von der Fahrrichtung abweiht sind dies Zeichen, dass das Auto dringend überholt werden muss.

Der Zustand des Chassis: Eine Straße voller Schlaglöcher oder mit Kopfsteinpflaster wird den wirklichen Zustand des Getriebes anzeigen. Trotz eines wahren Konzerts von gedämpften Geräuschen verzweifeln Sie nicht: Verschleißteile müssen ab und zu ausgewechselt werden. Das ist der beste Zeitpunkt herauszufinden, wie viel das kosten wird und wie oft man es wiederholen muss.

Außerdem sollte diese Frage auf der Dauer des Kaufes oft gestellet werden. Bei der Wahl eines Gebrauchtwagens schätzt man nicht die Vorteile gegen die eines neuen Autos, das genau so viel kostet – z.B. grössere Karosserie, stärkerer Motor oder ein besser ausgerüstetes Innere –, sondern die Nachteile eines Produktes, das aus der Garantie ausgelaufen ist. Wenn Sie nach der Überprüfung der obengenannten Schritte meinen, dass es wenig Nachteile gibt, oder dass diese für Sie erträglich sind, dann unterschreiben Sie den Kaufvertrag.